Beschreibung
Die Kabak Kemane ist eine gestrichene Volksgeige aus der türkischen Ägäis und der Teke-Region, gebaut um einen ausgehöhlten Kürbis — kabak —, der dem Instrument seine warme, an ein Rohrblattinstrument erinnernde Stimme verleiht. Diese traditionelle türkische Kabak Kemane ist bundlos und trägt drei Saiten; sie wird aufrecht auf dem Knie gespielt und zum Bogen hin gedreht, ganz ähnlich wie die Kamancheh-Stachelgeige der weiteren Region.
Materialien und Korpus
Der Korpus ist ein getrockneter Flaschenkürbis von rund 30 cm Durchmesser, ausgehöhlt und vorne offen. Diese Öffnung ist mit einer dünnen Fellmembran bespannt — traditionell Herzbeutel vom Rind —, die als Decke dient und der Kabak Kemane ihre charakteristische, surrende Wärme verleiht. Da der Resonanzkörper ein Kürbis und keine geschnitzte Holzschale ist, bleibt das Instrument bemerkenswert leicht — ein Grund, warum es so mühelos zwischen Dorffesten und Konzertbühne wechselt.
Saiten, Hals und Bogen
Aus dem Kürbis erhebt sich ein langer, bundloser Hals mit drei Metallsaiten. Wo ältere Instrumente Darmsaiten verwendeten, ziehen heutige Instrumentenbauer Stahlsaiten auf, die sich chromatisch stimmen lassen — so gleiten Musiker durch die mikrotonalen Tonhöhen, die das Herz der türkischen Volksmelodie bilden. Die Saiten werden mit einem Rosshaarbogen gestrichen, und da es keine Bünde gibt, entsteht die Tonhöhe allein durch die Position der Finger — ein Grund, warum die Kabak Kemane ein bereits am türkischen Makam geschultes Gehör belohnt.
Technische Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Korpus | Getrockneter Kürbis (kabak), ca. 30 cm |
| Decke | Fellmembran (traditionell Herzbeutel vom Rind) |
| Saiten | 3 Metallsaiten |
| Hals | Lang, ohne Bünde (bundlos) |
| Bogen | Rosshaarbogen (inklusive) |
| Gesamtlänge | ca. 65 cm |
| Herkunftsland | Türkei (Ägäis / Teke-Region) |
| Mitgeliefertes Zubehör | Tasche und Bogen |
Spielweise und Klang der Kabak Kemane
Der Kürbisresonator erzeugt einen warmen, sanft näselnden Ton, der sich klar gegen andere Volksinstrumente durchsetzt — vom solistischen Türkü bis zum vollen Ensemble. Am natürlichsten liegt sie Musikern mit mittlerem und fortgeschrittenem Niveau: Der bundlose Hals und die aufrechte, drehende Bogentechnik brauchen Zeit, doch ein engagierter Anfänger kann hier durchaus beginnen. Sammler schätzen sie für ihre Handwerkskunst und ihren Platz in der anatolischen Tradition. Wer die beiden großen regionalen Geigen der Türkei gemeinsam erkunden möchte, stellt sie neben eine Klassische Kemence.
Musikalische Traditionen
Die Kabak Kemane ist das prägende Melodieinstrument der Teke-Region — Antalya, Isparta, Burdur und Muğla —, wo sie die Tanzmelodien der Yörük-Turkmenen und ausgedehnte Türküs trägt. Über dieses Kernland hinaus erscheint sie auch in der türkischen Kunstmusik, in sufisch geprägten Stücken sowie in zeitgenössischen und Ambient-Aufnahmen, wo ihr hauchiger Nachklang meditativen Klangflächen entgegenkommt. Wie sie sich in unser breiteres Sortiment einfügt, zeigt unsere Auswahl an türkischen Saiteninstrumenten.
Pflege und Wartung
Bewahren Sie die Kabak Kemane in ihrer Tasche an einem kühlen, trockenen Ort auf, fern von direkter Sonne und Heizkörpern — sowohl die Fellmembran als auch der Kürbis reagieren auf Schwankungen der Luftfeuchtigkeit. Prüfen Sie die Membran gelegentlich auf Erschlaffen oder Risse, wischen Sie Hals und Saiten nach dem Spielen mit einem weichen Tuch ab und entspannen Sie die Bogenhaare vor dem Aufbewahren. Hintergründe zur Geschichte des Instruments und seinen regionalen Formen bieten der Wikipedia-Artikel zur Kabak-Kemane und das englischsprachige Turkish Music Portal als verlässliche Ausgangspunkte.




